Ein Lichtblick im Abseits: Wie die Kamera Brücken bauen kann. 

Ein lichtblick im Abseits: wie die kamera brücken bauen kann

Kommentar zu Im Osten was Neues von Martin Hattendorf 

Seit Mitte Sep­tem­ber liegt die AfD in Umfra­gen vor der CDU/CSU. Das Erstarken der extremen Recht­en weltweit, ins­beson­dere im glob­alen Nor­den, weist auf eine erneute Welle des Autori­taris­mus hin, wie sie auch schon in den 1920er– und 1960er-Jahren erlebt wur­den. Während in Demokra­tien wie den USA, Schwe­den oder Ital­ien autoritäre Politiker:innen und ihre Parteien Regierungsver­ant­wor­tung übernehmen, dür­fen wir auch die Gefahr, die von der AfD aus­ge­ht, nicht unter­schätzen. Nation­al­is­tis­che und ras­sis­tis­che Nar­ra­tive haben längst wieder Einzug in den Bun­destag gehal­ten. Zudem sitzt die AfD inzwis­chen in Rund­funkräten und in der Bun­deszen­trale für poli­tis­che Bil­dung und hat damit Zugriff auf zen­trale gesellschaftliche Infor­ma­tions- und Bil­dungszen­tren.  

 

Dieser besorgnis­er­re­gende Trend macht deut­lich: Wir benöti­gen wach­same Gegen­wehr und eine starke öffentliche Auseinan­der­set­zung mit men­schen­feindlichen Posi­tio­nen, die solche als demokratiefeindlich anerken­nt. Dafür braucht es antifaschis­tis­che Aufk­lärung, sowie erzäh­lerische Gege­nen­twürfe, die Hoff­nung stiften und der schein­baren Ein­fach­heit recht­spop­ulis­tis­ch­er Parolen etwas ent­ge­genset­zen. 

 

Der Dokumet­narfilm Im Osten was Neues, den wir im Rah­men unseres Fes­ti­vals zeigen, leis­tet genau das. Er bietet nicht nur einen Ein­blick in die Leben­sre­al­itäten ein­er Kle­in­stadt Meck­len­burg-Vor­pom­merns, son­dern gibt einem wichti­gen Licht­blick unser­er Zeit, in Form von Train­er Thomas Eich­städt (Eichi), die benötigte Bühne. Der Doku­men­tarfilm macht dadurch Men­schen, die sich in der recht­en Szene gefan­gen fühlen einen Ausweg sicht­bar: weg von den engen Denkmustern der extremen Recht­en, hin zu einem Leben jen­seits von Hass und Verblendung. Außen­ste­hen­den wiederum ermöglicht er Ein­blicke in eine Form der gelebten Sol­i­dar­ität, die Hoff­nung schenkt, Ver­ständ­nis fördert und dabei tief bewegt.